Darf der Vermieter Aufzug auf Mieter umlegen?
Ob Aufzug auf Mieter umgelegt werden dürfen, entscheidet sich nicht nur an der Kostenart selbst, sondern immer auch an Mietvertrag, Leistungsinhalt und sauberer Abgrenzung zu nicht umlagefähigen Bestandteilen.
Veröffentlicht am 28. März 2026 · Zuletzt aktualisiert am 28. März 2026
Kurzantwort
Aufzug dürfen nur dann auf Mieter umgelegt werden, wenn der Mietvertrag die Position wirksam erfasst und ausschließlich laufende umlagefähige Bestandteile abgerechnet werden.
Nächster Schritt: prüfen oder nach BetrKV erstellen
Mieter prüfen strittige Positionen in der eigenen Abrechnung. Vermieter erstellen eine BetrKV-konforme Abrechnung mit klarer Umlagelogik und Belegen.
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Wann Aufzug auf Mieter umgelegt werden dürfen
Aufzugskosten sind vollständig umlagefähig. Dazu gehören Betriebsstrom, Wartung, TÜV-Prüfung, Notrufbereitschaft (Aufzugnotruf) und Reinigung des Aufzugs. Nach herrschender Rechtsprechung des BGH müssen auch Erdgeschoss-Mieter die Aufzugskosten mittragen, sofern dies mietvertraglich vereinbart ist, da auch sie den Aufzug nutzen können (z. B. für Kellerfahrten oder Besucher). Entscheidend sind immer Mietvertrag, laufender Kostencharakter und eine saubere Abgrenzung zu nicht umlagefähigen Bestandteilen.
Tipp für Vermieter: Sie können Ihre Nebenkostenabrechnung nach BetrKV erstellen — direkt hier starten.
Wo bei Aufzug die häufigsten Umlagefehler entstehen
Vollwartungsvertrag komplett als Betriebskosten umlegen: Viele Aufzug-Wartungsverträge sind Vollwartungsverträge, die sowohl regelmäßige Wartung als auch Reparaturen abdecken. Nur der Wartungsanteil ist als Betriebskosten umlagefähig. Der Reparaturanteil muss herausgerechnet werden, da Reparaturen Instandhaltungskosten sind.
So prüfen Mieter Aufzug Schritt für Schritt
Prüfen Sie zuerst die mietvertragliche Vereinbarung, dann Rechnung und Leistungsinhalt und zuletzt den Verteilerschlüssel. Der Richtwert für Aufzug liegt bei rund 0,16 € pro m² und Monat; die übliche Spannbreite reicht etwa von 0,08 € bis 0,30 €.
Rechtsgrundlage
§ 2 Nr. 7 BetrKV: Die Umlagefähigkeit ergibt sich aus § 2 Nr. 7 BetrKV: „die Kosten des Betriebs des Aufzugs, hierzu gehören die Kosten des Betriebsstroms, der Beaufsichtigung, der Bedienung, Überwachung und Pflege der Anlage, der regelmäßigen Prüfung ihrer Betriebsbereitschaft und Betriebssicherheit einschließlich der Einstellung durch eine Fachkraft sowie die Kosten der Reinigung der Anlage". Voraussetzung ist eine wirksame Betriebskostenvereinbarung im Mietvertrag.
§ 556 Abs. 1 BGB: Betriebskosten können nur umgelegt werden, wenn der Mietvertrag eine wirksame Betriebskostenvereinbarung enthält.
§ 556a Abs. 1 BGB: Ohne besondere Vereinbarung erfolgt die Verteilung regelmäßig nach Wohnfläche; abweichende Schlüssel müssen nachvollziehbar vereinbart oder sachlich begründet sein.
Aufzug: Rechenbeispiel für eine 70-m²-Wohnung
Wohnfläche
70 m²
Richtwert
0,16 € pro m² / Monat
Datenjahr
2024
- 0,16 € × 70 m² = 11,20 € pro Monat
- 11,20 € × 12 Monate = 134,40 € pro Jahr
- Werte oberhalb von 0,30 € pro m² / Monat sind ein deutliches Signal für Beleg- und Plausibilitätsprüfung.
Für 70 m² liegt aufzug grob bei 11,20 € pro Monat beziehungsweise 134,40 € pro Jahr.
Was Sie jetzt tun sollten
Praxis-Tipp
Lassen Sie sich vom Aufzugservice eine Aufschlüsselung geben, die den Wartungsanteil und den Reparaturanteil separat ausweist. Alternativ kann ein pauschaler Abzug von 20-50 % für den Reparaturanteil angesetzt werden (je nach Vertrag und Rechtsprechung).
- Pruefen, ob Aufzugskosten im Mietvertrag als umlagefaehige Betriebskosten vereinbart ist.
- Rechenweg mit eigenen Unterlagen nachziehen und Differenzen markieren.
- Fehlende Belege mit Positionsnummer und Zeitraum konkret anfordern.
- Einwand fristgerecht mit Gegenrechnung und Normbezug versenden.
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Fachlich geprüfter Inhalt · Stand: März 2026 · Rechtsgrundlagen nach BGB, BetrKV, HeizkostenV