Wie hoch darf die Position Versicherungen in der Nebenkostenabrechnung sein?
Bei Versicherungen reicht der Blick auf den Gesamtbetrag allein nicht aus. Erst der Vergleich mit Richtwerten pro Quadratmeter, dem Vorjahr und dem konkreten Leistungsumfang zeigt, ob die Position plausibel ist.
Veröffentlicht am 5. März 2026 · Zuletzt aktualisiert am 28. März 2026
Kurzantwort
Versicherungen liegen im Durchschnitt bei rund 0,22 € pro m² und Monat; deutlich höhere Werte sollten immer mit Belegen, Vorjahr und Verteilerschlüssel geprüft werden.
Nächster Schritt: prüfen oder nach BetrKV erstellen
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Wie hoch Versicherungen typischerweise ausfallen
Der Richtwert für Versicherungen liegt bei rund 0,22 € pro m² und Monat; die übliche Spannbreite reicht etwa von 0,10 € bis 0,40 €. Werte oberhalb dieses Korridors sind nicht automatisch falsch, aber sie verlangen eine besonders saubere Begründung über Belege, Objektstruktur und Leistungsumfang.
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Welche Faktoren Versicherungen verteuern
In gemischt genutzten Gebäuden enthalten Versicherungsprämien oft Zuschläge für gewerbliche Nutzung. Diese Zuschläge dürfen nicht auf die Wohnmieter umgelegt werden, sondern müssen vorab herausgerechnet werden. Deshalb sollte der Betrag nie isoliert, sondern immer zusammen mit Objektgröße, Nutzungsart und Abrechnungslogik geprüft werden.
Wann ein hoher Betrag bei Versicherungen kritisch wird
Kritisch wird es, wenn der Betrag deutlich über dem Richtwert liegt, Vorjahreswerte stark überschreitet oder der Beleginhalt nicht zur Kostenart passt. Dann lohnt sich eine formale und rechnerische Gegenprüfung.
Rechtsgrundlage
§ 2 Nr. 13 BetrKV: Die Umlagefähigkeit der Versicherungskosten ergibt sich aus § 2 Nr. 13 der Betriebskostenverordnung (BetrKV). Umlagefähig sind ausschließlich Sach- und Haftpflichtversicherungen, die unmittelbar das Gebäude betreffen. Die Aufzählung in der BetrKV ist dabei nicht abschließend, sodass auch weitere gebäudebezogene Sachversicherungen umgelegt werden können, sofern sie im Mietvertrag vereinbart sind.
§ 556 Abs. 1 BGB: Betriebskosten können nur umgelegt werden, wenn der Mietvertrag eine wirksame Betriebskostenvereinbarung enthält.
§ 556a Abs. 1 BGB: Ohne besondere Vereinbarung erfolgt die Verteilung regelmäßig nach Wohnfläche; abweichende Schlüssel müssen nachvollziehbar vereinbart oder sachlich begründet sein.
Versicherungen: Rechenbeispiel für eine 70-m²-Wohnung
Wohnfläche
70 m²
Richtwert
0,22 € pro m² / Monat
Datenjahr
2024
- 0,22 € × 70 m² = 15,40 € pro Monat
- 15,40 € × 12 Monate = 184,80 € pro Jahr
- Werte oberhalb von 0,40 € pro m² / Monat sind ein deutliches Signal für Beleg- und Plausibilitätsprüfung.
Für 70 m² liegt versicherungen grob bei 15,40 € pro Monat beziehungsweise 184,80 € pro Jahr.
Was Sie jetzt tun sollten
Praxis-Tipp
Prüfen Sie Versicherungen nie nur absolut, sondern immer auch auf Euro pro m² und im Vergleich zum Vorjahr. Genau dort werden Auffälligkeiten schnell sichtbar.
- Betrag von Versicherungen in Euro pro m² umrechnen.
- Mit Richtwert, Vorjahr und vergleichbaren Positionen im Haus abgleichen.
- Bei deutlichen Abweichungen Belege und Umlageschlüssel schriftlich prüfen lassen.
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Fachlich geprüfter Inhalt · Stand: März 2026 · Rechtsgrundlagen nach BGB, BetrKV, HeizkostenV