Rechtsfrage

Schornsteinreinigung in der Nebenkostenabrechnung: Pflicht oder freiwillig?

Viele Mieter gehen davon aus, dass Schornsteinreinigung automatisch in jede Nebenkostenabrechnung gehören. Tatsächlich ist die Position nur unter bestimmten mietvertraglichen und sachlichen Voraussetzungen abrechenbar.

Veröffentlicht am 3. November 2025 · Zuletzt aktualisiert am 28. März 2026

KategorieKostenart
ZielgruppeMieter & Vermieter
Stand28. März 2026

Kurzantwort

Schornsteinreinigung sind kein automatischer Pflichtposten jeder Nebenkostenabrechnung. Entscheidend sind die Umlagevereinbarung im Mietvertrag und die tatsächlich angefallenen laufenden Kosten.

Nächster Schritt: prüfen oder nach BetrKV erstellen

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Ist Schornsteinreinigung Pflicht oder nur bei Vereinbarung abrechenbar?

Schornsteinreinigung sind nicht automatisch Pflichtbestandteil jeder Nebenkostenabrechnung. Maßgeblich ist, ob die Position wirksam vereinbart wurde und im konkreten Objekt als laufende Betriebskosten angefallen ist.

Tipp: Sie können Ihre Nebenkostenabrechnung kostenlos auf Fehler prüfen lassendirekt hier starten.

Welche Rolle der Mietvertrag bei Schornsteinreinigung spielt

Ohne wirksame Umlagevereinbarung trägt der Vermieter die Kosten selbst. Gerade bei schornsteinreinigung lohnt deshalb der genaue Blick auf die Vertragsklausel und auf den Abrechnungsbeleg.

Wie Mieter Schornsteinreinigung praktisch einordnen

Der Richtwert für Schornsteinreinigung liegt bei rund 0,04 € pro m² und Monat; die übliche Spannbreite reicht etwa von 0,02 € bis 0,08 €. Erst wenn Vertragsgrundlage, Leistungsinhalt und Umlageschlüssel zusammenpassen, ist die Position plausibel.

Rechtsgrundlage

§ 2 Nr. 12 BetrKV
§ 556 Abs. 1 BGB
§ 556a Abs. 1 BGB

§ 2 Nr. 12 BetrKV: Die Umlagefähigkeit der Schornsteinreinigungskosten ergibt sich aus § 2 Nr. 12 der Betriebskostenverordnung (BetrKV). Die Kosten umfassen die gesetzlich vorgeschriebenen Kehr-, Überprüfungs- und Messarbeiten des bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers sowie Arbeiten nach der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO). Seit der Liberalisierung des Schornsteinfegerwesens 2013 können bestimmte Arbeiten auch von freien Schornsteinfegern durchgeführt werden.

§ 556 Abs. 1 BGB: Betriebskosten können nur umgelegt werden, wenn der Mietvertrag eine wirksame Betriebskostenvereinbarung enthält.

§ 556a Abs. 1 BGB: Ohne besondere Vereinbarung erfolgt die Verteilung regelmäßig nach Wohnfläche; abweichende Schlüssel müssen nachvollziehbar vereinbart oder sachlich begründet sein.

Schornsteinreinigung: Rechenbeispiel für eine 70-m²-Wohnung

Wohnfläche

70 m²

Richtwert

0,04 € pro m² / Monat

Datenjahr

2024

  1. 0,04 € × 70 m² = 2,80 € pro Monat
  2. 2,80 € × 12 Monate = 33,60 € pro Jahr
  3. Werte oberhalb von 0,08 € pro m² / Monat sind ein deutliches Signal für Beleg- und Plausibilitätsprüfung.

Für 70 m² liegt schornsteinreinigung grob bei 2,80 € pro Monat beziehungsweise 33,60 € pro Jahr.

Was Sie jetzt tun sollten

Praxis-Tipp

Prüfen Sie die Heizkostenabrechnung sorgfältig. Wenn der Schornsteinfeger dort bereits enthalten ist, darf er unter Position 12 nicht nochmals erscheinen. Teilen Sie die Rechnung gegebenenfalls auf.

  • Mietvertrag auf ausdrückliche Kostenumlage prüfen.
  • Kontrollieren, ob die Leistung im Abrechnungsjahr tatsächlich laufend angefallen ist.
  • Fehlende Vereinbarung oder unklare Belege schriftlich rügen.

Häufige Fragen

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Fachlich geprüfter Inhalt · Stand: März 2026 · Rechtsgrundlagen nach BGB, BetrKV, HeizkostenV