Darf der Vermieter Aufzugskosten auf Mieter umlegen?
Hier finden Sie eine klare Vorgehensweise zur Frage „Darf der Vermieter Aufzugskosten auf Mieter umlegen?“, von der Vertragsgrundlage bis zur Gegenrechnung.
Kurzantwort
Darf der Vermieter Aufzugskosten auf Mieter umlegen? ist belastbar lösbar, wenn Sie Rechtsgrundlage, Zahlenbasis und Fristen sauber dokumentieren. Maßgeblich sind § 556 BGB und § 556a BGB.
Rechtslage im Überblick
Umlagefähig ist eine Kostenposition nur, wenn sie im Mietvertrag wirksam vereinbart ist. Nicht umlagefähig sind pauschale Sammelposten sowie Verwaltungs- und Reparaturkosten.
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Fristen und formelle Anforderungen
Die Abrechnung muss grundsätzlich innerhalb von 12 Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums zugehen. Einwendungen sind in der Regel innerhalb von 12 Monaten ab Zugang der Abrechnung zu erheben.
Prüfpfad und Rechenlogik
Prüfen Sie zuerst die Gesamtsumme, anschließend den vereinbarten Verteilerschlüssel und danach jede Einzelposition. Rechnen Sie den Wohnungsanteil nach und gleichen Sie ihn mit Belegen sowie Vorjahreswerten ab.
Empfohlene nächste Schritte
Dokumentieren Sie jede Abweichung mit Betrag, Belegstelle und Rechtsbezug. So lassen sich Einwendungen nachvollziehbar begründen und zügig bearbeiten.
Rechtsgrundlage
§ 556 Abs. 1 BGB: Betriebskosten dürfen nur bei wirksamer Vereinbarung im Mietvertrag umgelegt werden.
§ 556a Abs. 1 BGB: Ohne abweichende Vereinbarung ist der Verteilungsmaßstab regelmäßig die Wohnfläche.
§ 2 Nr. 7 BetrKV: Aufzug: laufende Kosten dieser Kostenart sind nach BetrKV einordenbar.
Rechenbeispiel: Darf der Vermieter Aufzugskosten auf Mieter umlegen
Objekt
Mehrfamilienhaus mit 12 Einheiten
Gesamtkostenposition
3600.00 EUR
Gesamtwohnfläche
900 m²
Wohnfläche der Einheit
75 m²
- 3600.00 EUR / 900 m² = 4.00 EUR pro m²
- 4.00 EUR x 75 m² = 300.00 EUR Jahresanteil
- 300.00 EUR / 12 = 25.00 EUR monatlicher Richtwert
- Abweichungen zum Vorjahr sollten Sie mit Belegen, Umlageklausel und Verteilerschlüssel nachvollziehbar begründen.
Im Beispiel liegt der rechnerische Jahresanteil bei 300.00 EUR (monatlich 25.00 EUR).
Was Sie jetzt tun sollten
Praxis-Tipp
Arbeiten Sie in drei Schritten: formelle Prüfung, rechtliche Einordnung und rechnerischer Abgleich. Erheben Sie Einwendungen nur mit konkreter Position und nachvollziehbarer Gegenrechnung.
- Mietvertrag und Umlageklausel auf Wirksamkeit sowie vereinbarten Verteilerschlüssel prüfen.
- Abrechnung, Belege und Vorjahreswerte auf Plausibilität abgleichen.
- Fristen anhand des Zugangsdatums dokumentieren und Fristende festhalten.
- Einwendung schriftlich mit Betrag, Belegstelle und Gegenrechnung einreichen.
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