Kostenart-Aspekt

Wasserversorgung: Leerstand verständlich erklärt

Die Wasserversorgung nach § 2 Nr. 2 BetrKV umfasst die laufenden Kosten der Kaltwasserlieferung einschließlich Grundgebühren und Zählermiete. Eine verbrauchsabhängige Abrechnung über Kaltwasserzähler ist der sachgerechteste Verteilerschlüssel; ersatzweise kann je nach Vereinbarung nach Personenzahl oder Wohnfläche geprüft werden. Entscheidend ist, dass Wasserverluste im Hausleitungsnetz als mögliche Abgrenzungspunkte gesondert fachlich geprüft werden sollten.

Veröffentlicht am 4. Oktober 2025 · Zuletzt aktualisiert am 14. März 2026

KostenartWasserversorgung
AspektLeerstand
Datenstand2026-03-14

Kurzantwort

Bei verbrauchsbasierter Wasserabrechnung erzeugen leerstehende Wohnungen keinen erkannten Verbrauch, aber Grundgebühren sollten nicht ungeprüft auf belegte Einheiten umverteilt werden.

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Rechtsrahmen zu Wasserversorgung

Möglicher Normbezug

Laufende Wasserkosten können eine Kostenart im Prüfrahmen bilden. Kernnorm ist § 2 Nr. 2 BetrKV. Prüfungsbedürftig sind Rohrreparaturen und Erneuerungen.

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Leerstand: typische Auffälligkeitenquellen

Wird die Wasserversorgung nach Verbrauch abgerechnet, entfällt für leerstehende Wohnungen der Verbrauchsanteil automatisch. Problematisch wird es bei den Grundgebühren des Wasserversorgers: Diese sollten nicht ungeprüft ausschließlich auf die belegten Wohnungen umgelegt werden, wenn der Mietvertrag eine Verteilung nach Wohnfläche vorsieht. Es sollte den auf die leerstehenden Einheiten entfallenden Grundgebührenanteil gesondert fachlich prüfen lassen. Bei Verteilung nach Personenzahl scheiden leerstehende Wohnungen ohnehin aus der Berechnung aus.

Prüfpfad in der Praxis

Prüfen Sie zuerst das Zählerprotokoll des Wasserversorgers und vergleichen Sie die abgelesenen Verbrauchswerte mit der Versorgerrechnung. Kontrollieren Sie die Eichfristen aller Kaltwasserzähler -- nach dem Mess- und Eichgesetz (MessEG) beträgt die Eichfrist für Kaltwasserzähler sechs Jahre. Stellen Sie sicher, dass der Gesamtverbrauch aller Wohnungszähler plus Allgemeinzähler mit dem Hauptzähler übereinstimmt; eine Differenz über 20 % deutet auf Leckagen oder defekte Zähler hin. Gleichen Sie abschließend den in der Abrechnung angesetzten Kubikmeterpreis mit dem Tarif des kommunalen Versorgers ab.

Rechtsgrundlage

§ 2 Nr. 2 BetrKV
§ 556a BGB

§ 2 Nr. 2 BetrKV: Wasserversorgung: zentrale Kostenart nach BetrKV.

§ 556a BGB: Verteilungsmaßstab richtet sich nach Vereinbarung, sonst regelmäßig Wohnfläche.

Rechenbeispiel Wasserversorgung (Leerstand)

Objekt

Mehrfamilienhaus mit 12 Einheiten

Gesamtkostenposition

20345.17 EUR

Gesamtwohnfläche

950 m2

Wohnfläche der Einheit

78 m2

  1. 20345.17 EUR / 950 m2 = 21.42 EUR pro m2
  2. 21.42 EUR x 78 m2 = 1670.76 EUR Jahresanteil
  3. 1670.76 EUR / 12 = 139.23 EUR monatlicher Richtwert
  4. Abweichungen zum Vorjahr sollten mit Belegen und Verteilerschlüssel begründet werden.

Im Beispiel liegt der rechnerische Jahresanteil bei 1670.76 EUR (monatlich 139.23 EUR).

Praxis-Tipp und nächste Schritte

Praxis-Tipp

Prüfen Sie bei der Wasserabrechnung zuerst, ob die Kaltwasserzähler innerhalb der 6-jährigen Eichfrist nach dem MessEG liegen. Ablesewerte ungeeichter Zähler sind fachlich prüfungsbedürftig und sollten gesondert mit den Belegen abgeglichen werden.

  • Eichdatum aller Kaltwasserzähler mit dem Hausverwaltungsnachweis abgleichen (Eichfrist: 6 Jahre).
  • Gesamtwasserverbrauch laut Versorgerrechnung mit der Summe der Einzelzähler vergleichen und Differenzen als Leitungsverlust identifizieren.
  • Bei gemischter Nutzung prüfen, ob gewerblicher Wasserverbrauch per Vorwegabzug herausgerechnet wurde.
  • Kosten für Rohrreparaturen, Zähleraustausch oder Enthärtungsanlagen in der Abrechnung identifizieren und als gesondert zu prüfen markieren.

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