Wasserversorgung in der Nebenkostenabrechnung: Kosten, Umlage & Verteilung
Die Kosten der Wasserversorgung umfassen das Entgelt für den Frischwasserverbrauch (Kaltwasser), die Grundgebühren des Wasserversorgers, die Kosten für eine hauseigene Wasserversorgungsanlage sowie die Kosten für eine Wasseraufbereitungsanlage einschließlich der Aufbereitungsstoffe. Sie sind als Betriebskosten nach § 2 Nr. 2 BetrKV auf die Mieter umlagefähig.
Rechtsgrundlage
Die Umlagefähigkeit der Wasserversorgungskosten ist in § 2 Nr. 2 BetrKV geregelt. Danach gehören zu den Betriebskosten: „die Kosten der Wasserversorgung, hierzu gehören die Kosten des Wasserverbrauchs, die Grundgebühren, die Kosten der Anmietung oder anderer Arten der Gebrauchsüberlassung von Wasserzählern sowie die Kosten ihrer Verwendung einschließlich der Kosten der Eichung sowie der Kosten der Berechnung und Aufteilung, die Kosten der Wartung von Wassermengenreglern, die Kosten des Betriebs einer hauseigenen Wasserversorgungsanlage und einer Wasseraufbereitungsanlage einschließlich der Aufbereitungsstoffe".
Umlagefähigkeit
Die Kosten der Wasserversorgung sind vollständig umlagefähig. Dazu gehören der reine Wasserverbrauch, Grundgebühren, Zählermiete, Eichkosten sowie Kosten für die Verbrauchserfassung und -aufteilung. Auch die Kosten einer Wasseraufbereitungsanlage (z. B. Entkalkung) können umgelegt werden.
Ausnahmen & Besonderheiten:
- Reparaturkosten an der Wasserversorgungsanlage sind keine Betriebskosten und daher nicht umlagefähig.
- Kosten für die Erneuerung von Wasserleitungen oder Zählern (Investitionskosten) dürfen nicht umgelegt werden.
- Bei fehlender Betriebskostenvereinbarung im Mietvertrag ist keine Umlage möglich.
- Wasserkosten für ausschließlich gewerblich genutzte Flächen (z. B. Bewässerung eines Geschäftsbetriebs) dürfen nicht auf Wohnmieter umgelegt werden.
Verteilerschlüssel
VERBRAUCHEmpfohlen
Verteilung nach tatsächlichem Wasserverbrauch anhand geeichter Wasserzähler. Dies ist der fairste und empfohlene Verteilerschlüssel, da er den individuellen Verbrauch berücksichtigt.
PERSON
Verteilung nach Personenzahl je Wohneinheit. Sinnvoll als Ersatz, wenn keine Einzelzähler vorhanden sind, da der Wasserverbrauch stark von der Personenzahl abhängt.
WFL
Verteilung nach Wohnfläche. Weniger gerecht, da der Wasserverbrauch nicht mit der Wohnungsgröße korreliert. Wird aber mangels besserer Alternativen häufig als Auffangschlüssel verwendet.
Durchschnittliche Kosten
Quelle: Betriebskostenspiegel 2024, Deutscher Mieterbund
Häufige Fehler bei Wasserversorgung
Warm- und Kaltwasserkosten nicht sauber trennen
Die Kosten der Wasserversorgung (§ 2 Nr. 2 BetrKV) betreffen das Kaltwasser. Die Warmwasserkosten werden separat unter § 2 Nr. 5 BetrKV abgerechnet und unterliegen der Heizkostenverordnung. Eine Vermischung führt zu einer fehlerhaften Abrechnung.
Tipp: Trennen Sie die Kaltwasserkosten klar von den Warmwasserbereitungskosten. Der Kaltwasseranteil, der zur Warmwasserbereitung verwendet wird, gehört in die Warmwasserkostenabrechnung.
Grundgebühren des Wasserversorgers vergessen oder doppelt abrechnen
Die Grundgebühren des Wasserversorgers gehören zu den umlagefähigen Wasserkosten. Sie werden manchmal vergessen oder fälschlicherweise doppelt – einmal bei Wasserversorgung und einmal bei Entwässerung – abgerechnet.
Tipp: Prüfen Sie die Jahresabrechnung des Wasserversorgers genau. Ordnen Sie Grundgebühren eindeutig der Wasserversorgung zu und stellen Sie sicher, dass sie nicht doppelt erfasst werden.
Fehlende Zwischenzählerablesung bei Mieterwechsel
Bei einem Mieterwechsel innerhalb des Abrechnungszeitraums muss der Wasserverbrauch abgegrenzt werden. Ohne Zwischenablesung wird der Verbrauch geschätzt, was zu Streitigkeiten führen kann.
Tipp: Lesen Sie bei jedem Mieterwechsel die Wasserzähler ab und dokumentieren Sie den Stand im Übergabeprotokoll. So vermeiden Sie spätere Diskussionen über die Verbrauchszuordnung.
Häufige Fragen zu Wasserversorgung
Müssen Wasserkosten nach Verbrauch abgerechnet werden?
Eine gesetzliche Pflicht zur verbrauchsabhängigen Abrechnung besteht für Kaltwasser nicht – im Gegensatz zu Heiz- und Warmwasserkosten. Sind jedoch Wasserzähler vorhanden, sollte der Verbrauch als Verteilerschlüssel herangezogen werden, da dies dem Gebot der Wirtschaftlichkeit entspricht und die fairste Verteilung ermöglicht.
Können Zählermiete und Eichkosten auf die Mieter umgelegt werden?
Ja, sowohl die Kosten der Anmietung von Wasserzählern als auch die Eichkosten sind ausdrücklich in § 2 Nr. 2 BetrKV als umlagefähige Betriebskosten genannt. Ebenso umlagefähig sind die Kosten der Verbrauchserfassung und -aufteilung durch externe Dienstleister.
Wie hoch sind durchschnittliche Wasserkosten pro Person?
In Deutschland liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch bei etwa 125 Litern pro Person und Tag, also rund 45 Kubikmetern pro Jahr. Bei einem Durchschnittspreis von ca. 2,20 Euro pro Kubikmeter (regional sehr unterschiedlich) ergibt das Kosten von etwa 100 Euro pro Person und Jahr für Frischwasser allein.
Was passiert bei einem Wasserrohrbruch – wer zahlt den erhöhten Verbrauch?
Ein Wasserrohrbruch im Gemeinschaftsbereich fällt grundsätzlich in den Risikobereich des Vermieters. Der durch den Rohrbruch verursachte Mehrverbrauch darf nicht ohne Weiteres auf die Mieter umgelegt werden. Der Vermieter muss den tatsächlichen Verbrauch vom Schadensverbrauch abgrenzen, z. B. durch Vergleich mit den Vorjahreswerten.
Darf der Vermieter Gartenbewässerung über die Wasserkosten abrechnen?
Gartenbewässerungskosten gehören nicht zu den Kosten der Wasserversorgung nach § 2 Nr. 2 BetrKV, sondern zu den Gartenpflegekosten nach § 2 Nr. 10 BetrKV. Sofern ein separater Gartenwasserzähler vorhanden ist, sollte dieser Verbrauch den Gartenpflegekosten zugeordnet werden.