Grundsteuer: Zu hoch – was tun? verständlich erklärt
Die Grundsteuer ist nach § 2 Nr. 1 BetrKV die erste der 17 Betriebskosten mit möglichem Kostenarten im Prüfrahmen und wird von der Gemeinde auf den Grundbesitz erhoben. Seit der Grundsteuerreform 2025 gelten neue Bemessungsgrundlagen, die je nach Bundesland und Kommune zu deutlich veränderten Hebesätzen führen. Für die Nebenkostenabrechnung ist entscheidend, ob der Vermieter den aktuellen Grundsteuerbescheid zugrunde legt und den richtigen Verteilerschlüssel anwendet.
Kurzantwort
Wenn die Grundsteuer zu hoch erscheint, vergleichen Sie den Betrag mit dem Grundsteuerbescheid und dem DMB-Durchschnitt.
Grundsteuer direkt im Abrechnungsfall prüfen
Nutzen Sie den Aspekt-Check als Leitfaden und wechseln Sie danach in die vollständige Abrechnungsanalyse.
Rechtsrahmen zu Grundsteuer
Möglicher Normbezug
Möglicher Kostenarten-Prüfrahmen, wenn die Umlage mietvertraglich vereinbart ist. Kernnorm ist § 2 Nr. 1 BetrKV. Prüfungsbedürftig sind Saeumniszuschlaege, Nachforderungszinsen und eigentuemerbezogene Nebenkosten.
Zu hoch - was tun: typische Auffälligkeitenquellen
Möglicher Normbezug
Liegt die Grundsteuer deutlich über 0,20 EUR/m2/Monat, sollten Sie den aktuellen Grundsteuerbescheid anfordern und prüfen, ob der dort genannte Betrag mit der Abrechnung übereinstimmt. Seit der Reform 2025 kommt es vor, dass Vermieter sowohl den neuen als auch den alten Bescheid versehentlich addieren oder den falschen Hebesatz anwenden. Bitten Sie um schriftlich Belegeinsicht nach § 259 BGB und erheben Sie innerhalb der 12-Monats-Frist nach § 556 Abs. 3 BGB konkret bezifferte Einwendungen.
Prüfpfad in der Praxis
Möglicher Normbezug
Bitten Sie um zunächst den aktuellen Grundsteuerbescheid der Gemeinde an und gleichen Sie den dort ausgewiesenen Jahresbetrag mit dem in der Abrechnung angesetzten Betrag ab. Prüfen Sie anschließend, ob der seit 2025 geltende reformierte Hebesatz korrekt angewendet wurde und ob der Grundsteuermessbetrag mit dem Bescheid des Finanzamts übereinstimmt. Kontrollieren Sie die Verteilung auf die Mieter anhand des vereinbarten Schlüssels (Wohnfläche oder Miteigentumsanteile) und stellen Sie sicher, dass bei gemischt genutzten Gebäuden der Gewerbeanteil vorweg abgezogen wurde. Abschließend prüfen Sie die Einhaltung der Abrechnungsfrist (12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums) und der Einwendungsfrist (12 Monate nach Zugang).
Rechenbeispiel Grundsteuer (Zu hoch - was tun)
- Objekt
- Mehrfamilienhaus mit 12 Einheiten
- Gesamtkostenposition
- 27078.32 EUR
- Gesamtwohnfläche
- 950 m2
- Wohnfläche der Einheit
- 78 m2
- 27078.32 EUR / 950 m2 = 28.50 EUR pro m2
- 28.50 EUR x 78 m2 = 2223.00 EUR Jahresanteil
- 2223.00 EUR / 12 = 185.25 EUR monatlicher Richtwert
- Abweichungen zum Vorjahr sollten mit Belegen und Verteilerschlüssel begründet werden.
Im Beispiel liegt der rechnerische Jahresanteil bei 2223.00 EUR (monatlich 185.25 EUR).
Praxis-Tipp
Vergleichen Sie den in der Abrechnung angesetzten Grundsteuerbetrag mit dem aktuellen Grundsteuerbescheid der Gemeinde. Bei Abweichungen nach der Reform 2025 sollte der neue Bescheid nachvollziehbar vorliegen.
Nächste Schritte
- Grundsteuerbescheid der Gemeinde anfordern und die Beträge mit der Abrechnung abgleichen.
- Prüfen, ob nach der Grundsteuerreform 2025 noch der alte Hebesatz verwendet wird.
- Verteilerschlüssel kontrollieren: Wohnfläche ist der Regelfall nach § 556a BGB, Miteigentumsanteile nur bei WEG-Beschluss.
- Säumniszuschläge und Nachforderungszinsen identifizieren und als gesondert zu prüfen markieren.
Rechtsgrundlage
§ 2 Nr. 1 BetrKV
§ 556a BGB
In Ihrer Abrechnung prüfen
Grundsteuer in Ihrer Nebenkostenabrechnung prüfen
NebenkostenPro strukturiert diese Kostenart in Ihrer Abrechnung und markiert typische Prüfpunkte in der kostenlosen Vorschau.
Häufige Fragen
Welcher Fehler ist bei Grundsteuer im Aspekt Zu hoch - was tun am häufigsten?
Am häufigsten ist die Grundsteuer deshalb zu hoch, weil nach der Reform 2025 ein erhöhter kommunaler Hebesatz gilt, den der Vermieter korrekt weitergeben darf, oder weil ein veralteter, zu hoher Bescheid zugrunde liegt. Klären Sie zunächst mit dem Grundsteuerbescheid, welcher Fall vorliegt.
Welche Norm ist für Grundsteuer hier zentral?
Zentral ist § 2 Nr. 1 BetrKV, der die Grundsteuer als erste Betriebskosten im Kostenart benennt. Diese Norm stellt klar, dass ausschließlich die laufende öffentliche Last auf den Grundbesitz als Prüfpunkt betrachtet werden sollte, nicht aber Säumniszuschläge oder Nachforderungszinsen des Eigentümers.
Wie gehe ich bei strittigen Grundsteuer-Positionen vor?
Bitten Sie um zunächst den aktuellen Grundsteuerbescheid der Gemeinde als Beleg an und vergleichen Sie den dort genannten Betrag mit der Abrechnung. Prüfen Sie anschließend, ob der Verteilerschlüssel dem Mietvertrag entspricht, und erheben Sie innerhalb der 12-Monats-Frist nach § 556 Abs. 3 BGB schriftlich Einwendungen mit Bezug auf den konkreten Differenzbetrag.
Verwandte Seiten
Grundsteuer Übersicht
Grundsteuer Übersicht: Kostenart-Seite mit vertieftem Fehler- und Belegcheck für Grundsteuer Zu Hoch Was Tun, zur sauberen Einordnung der Beleglage, mit direkter Anschlusslogik für Fristen
Sollte geprüft werden, ob der Vermieter Gartenpflegekosten auf Mieter umlegen
Sollte geprüft werden, ob der Vermieter Gartenpflegekosten auf Mieter umlegen: Vergleichsfrage mit ähnlicher Beleg- und Rechenlogik für Grundsteuer Zu Hoch Was Tun, für eine nachvollziehbare Plausibilitätsprüfung, mit Fokus
Sollte geprüft werden, ob der Vermieter Aufzug-Modernisierungskosten auf Mieter umlegen
Sollte geprüft werden, ob der Vermieter Aufzug-Modernisierungskosten auf Mieter umlegen: Vergleichsfrage mit ähnlicher Beleg- und Rechenlogik für Grundsteuer Zu Hoch Was Tun, um den nächsten Prüfschritt
Grundsteuer-Hebesatz
Grundsteuer-Hebesatz: Begriffsseite zur schematischen Einordnung für Grundsteuer Zu Hoch Was Tun, für eine nachvollziehbare Plausibilitätsprüfung, mit Fokus auf nachvollziehbare Dokumentation.
Leerstandskosten
Leerstandskosten: Begriffsseite zur schematischen Einordnung für Grundsteuer Zu Hoch Was Tun, für eine nachvollziehbare Plausibilitätsprüfung, mit Fokus auf nachvollziehbare Dokumentation.
Urteile zum Thema grundsteuer
Urteile zum Thema grundsteuer: Rechtsprechungsbezug mit übertragbarer Entscheidungslogik für Grundsteuer Zu Hoch Was Tun, um mögliche Prüfpunkte zu sammeln, mit konkret nutzbaren
Abrechnung auf Auffälligkeiten prüfen
Abrechnung auf Auffälligkeiten prüfen: Direkter Einstieg in die strukturierte Nebenkostenprüfung für Grundsteuer Zu Hoch Was Tun, zur sauberen Einordnung der Beleglage, mit direkter Anschlusslogik
Ratgeber: Betriebskostenverordnung verständlich erklärt
Ratgeber: Betriebskostenverordnung verständlich erklärt: Ratgeberartikel mit breiterem Kontext und Schritt-für-Schritt-Anleitung für Grundsteuer Zu Hoch Was Tun, zur sauberen Einordnung der
Nebenkostenabrechnung prüfen lassen
Laden Sie Ihre Abrechnung hoch und erhalten Sie eine kostenlose Einordnung der Auffälligkeiten.
Jetzt prüfenStand: 2026-03-14. Inhalt zur Orientierung, keine Rechtsberatung.