Entwässerung: Häufige Fehler verständlich erklärt
Die Entwässerung nach § 2 Nr. 3 BetrKV umfasst Schmutzwasser- und Niederschlagswassergebühren, die an die Kommune gezahlt werden. Beide Gebührenarten müssen in der Abrechnung getrennt ausgewiesen werden, da sie unterschiedliche Verteilerschlüssel erfordern. Während Schmutzwasser sachgerecht nach Frischwasserverbrauch verteilt wird, bemisst sich die Niederschlagswassergebühr nach der versiegelten Grundstücksfläche.
Veröffentlicht am 7. August 2025 · Zuletzt aktualisiert am 14. März 2026
Kurzantwort
Fehlende Trennung von Schmutz- und Niederschlagswasser sowie pauschale Verteilung nach Wohnfläche sind die häufigsten Fehler.
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Rechtsrahmen zu Entwässerung
Rechtsgrundlage
Laufende Abwasserkosten sind umlagefähig. Kernnorm ist § 2 Nr. 3 BetrKV. Nicht umlagefähig sind Kanalsanierung und Instandsetzung.
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Häufige Fehler: typische Fehlerquellen
Der verbreitetste Abrechnungsfehler bei der Entwässerung ist die fehlende Trennung zwischen Schmutzwasser- und Niederschlagswassergebühren. Viele Vermieter weisen nur einen Gesamtbetrag aus und verteilen ihn pauschal nach Wohnfläche. Schmutzwasser sollte jedoch nach Frischwasserverbrauch verteilt werden, Niederschlagswasser nach versiegelter Grundstücksfläche. Ein weiterer häufiger Fehler ist die Einbeziehung von Kanalinspektionskosten, die als Instandhaltung nicht umlagefähig sind.
Prüfpfad in der Praxis
Prüfen Sie zunächst den kommunalen Gebührenbescheid und unterscheiden Sie zwischen Schmutzwassergebühr und Niederschlagswassergebühr -- viele Kommunen erheben diese getrennt. Kontrollieren Sie, ob die Schmutzwassermenge korrekt aus dem Frischwasserverbrauch abgeleitet wurde, und prüfen Sie, ob ein Abzug für Gartenwasser (sofern separater Zähler vorhanden) berücksichtigt wurde. Gleichen Sie die in der Abrechnung angesetzte versiegelte Grundstücksfläche mit dem Grundsteuerbescheid oder Lageplan ab, da Niederschlagswassergebühren direkt von dieser Fläche abhängen. Stellen Sie sicher, dass keine Kanalgebühren für Stellplätze oder Gewerbeflächen anteilig auf Wohnmieter umgelegt werden.
Rechtsgrundlage
§ 2 Nr. 3 BetrKV: Entwässerung: zentrale Kostenart nach BetrKV.
§ 556a BGB: Verteilungsmaßstab richtet sich nach Vereinbarung, sonst regelmäßig Wohnfläche.
Praxis-Tipp und nächste Schritte
Praxis-Tipp
Achten Sie darauf, dass Schmutzwasser- und Niederschlagswassergebühren in Ihrer Abrechnung separat aufgeführt sind. Die Niederschlagswassergebühr darf nicht nach Wohnfläche, sondern nur nach versiegelter Fläche oder einem sachgerechten Ersatzschlüssel verteilt werden.
- Kommunalen Gebührenbescheid anfordern und Schmutzwasser- von Niederschlagswassergebühren trennen.
- Verteilerschlüssel prüfen: Schmutzwasser nach Frischwasserverbrauch, Niederschlagswasser nach versiegelter Fläche.
- Gewerbliche Abwassermengen (z.B. Betriebe mit Fettabscheider) auf korrekte Vorwegabtrennung prüfen.
- Kosten für Kanalreparaturen, Kanalinspektionen oder Drainageerneuerungen als nicht umlagefähig identifizieren.
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