Nebenkosten prüfen
15. Februar 20258 Min LesezeitNebenkostenPro Redaktion

Nebenkostenabrechnung zu hoch? So prüfst du sie richtig

Studien zeigen: Jede zweite Nebenkostenabrechnung in Deutschland enthält Fehler. Oft zahlen Mieter dadurch zu viel – durchschnittlich 200-500€ pro Jahr. Mit der richtigen Prüfung holst du dir dein Geld zurück.

Die erschreckende Wahrheit über Nebenkostenabrechnungen

📊 50% aller Nebenkostenabrechnungen enthalten Fehler

💰 200-500€ zahlen Mieter im Durchschnitt zu viel pro Jahr

95% der Mieter prüfen ihre Abrechnung nie richtig

🎯 12 Monate Widerspruchsfrist – danach ist das Geld weg

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Sind deine Nebenkosten zu hoch? Die Durchschnittswerte 2025

Durchschnittliche Nebenkosten pro m² und Monat

Deutschland 2025 (ohne Heizung und Warmwasser)

Kostenart€/m²/MonatAnteilBei 70m²
Grundsteuer0.808%56
Heizung14.5058%1015
Wasser/Abwasser2.4010%168
Müllbeseitigung1.908%133
Versicherung0.602%42
Hausreinigung1.205%84
Sonstige2.309%161
Gesamt (kalte Nebenkosten)2.35€100%165€
💡 Faustregel: Die kalten Nebenkosten sollten bei 2,00-2,70€ pro m² liegen. Dazu kommen noch die warmen Nebenkosten (Heizung + Warmwasser) mit ca. 1,00-1,50€ pro m².

BetrKV-Grundlagen: Was darf der Vermieter umlegen?

Die Betriebskostenverordnung (BetrKV) regelt genau, welche Kosten auf Mieter umgelegt werden dürfen. Nur die 17 Kostenarten aus § 2 BetrKV sind umlagefähig – alles andere muss der Vermieter selbst tragen.

Umlagefähig nach BetrKV

  • ✅ Grundsteuer
  • ✅ Wasserversorgung & Entwässerung
  • ✅ Heizung & Warmwasser
  • ✅ Aufzug
  • ✅ Straßenreinigung & Winterdienst
  • ✅ Müllbeseitigung
  • ✅ Hausreinigung
  • ✅ Gartenpflege
  • ✅ Beleuchtung
  • ✅ Schornsteinreinigung
  • ✅ Versicherungen (Gebäude)
  • ✅ Hauswart

NICHT umlagefähig

  • ❌ Verwaltungskosten
  • ❌ Reparaturen & Instandhaltung
  • ❌ Rechtsanwaltskosten
  • ❌ Bankkredite & Zinsen
  • ❌ Maklerkosten
  • ❌ Mietausfallrisiko
  • ❌ Leerstände
  • ❌ Werbung für Mieter
  • ❌ Hausverwalter-Vermietung
  • ❌ Abschreibungen
  • ❌ Modernisierungskosten

⚖️ Rechtliche Grundlage: Nur Kosten, die dem Vermieter durch das Eigentum am Grundstück laufend entstehen sind umlagefähig. Einmalige Kosten, Reparaturen oder verwaltungsbedingte Kosten trägt immer der Vermieter.

Die 6 häufigsten Fehler in Nebenkostenabrechnungen

Nicht umlagefähige Kosten

Verwaltungskosten, Reparaturen oder Instandhaltung wurden auf Mieter umgelegt

Beispiel: Hausverwalterkosten für Vermietung, Mieterwechsel, Reparaturen

💰 Oft 200-500€

Falsche Verteilerschlüssel

Kosten wurden nicht nach der vereinbarten Formel aufgeteilt (z.B. nach Wohnfläche statt Personenzahl)

Beispiel: Müllkosten nach m² statt nach Personenzahl verteilt

💰 Je nach Wohnung 50-300€

Doppelte Kostenerfassung

Bestimmte Kosten wurden mehrfach berechnet oder bereits in anderen Positionen enthalten

Beispiel: Hauswartkosten sowohl unter Position 14 als auch in den Heizkosten

💰 100-400€

Fehlerhafte Heizkosten

Verstöße gegen die Heizkostenverordnung (weniger als 50% nach Verbrauch, keine Trennung Warmwasser)

Beispiel: Nur 30% nach Verbrauch, 70% nach Fläche abgerechnet

💰 15% Kürzungsrecht + Differenz

Abrechnungszeitraum-Fehler

Kosten aus verschiedenen Zeiträumen vermischt oder falscher 12-Monats-Zeitraum

Beispiel: Kosten von 14 Monaten auf 12 Monate umgelegt

💰 Anteiliger Betrag

Leerstandskosten umgelegt

Kosten für leerstehende Wohnungen wurden auf bewohnte Wohnungen verteilt

Beispiel: Grundsteuer für 10 Wohnungen auf nur 8 bewohnte Wohnungen umgelegt

💰 Je nach Leerstand 100-500€

Fristen für Widerspruch – Jetzt handeln!

⏰ Wichtige Fristen

  • 12 Monate: Widerspruchsfrist gegen die Abrechnung
  • 12 Monate: Vermieter muss Abrechnung erstellen
  • 30 Tage: Zahlungsfrist für Nachzahlungen (nach BGB)
  • 3 Jahre: Verjährungsfrist für Rückforderungen

📋 Nach dem Widerspruch

  • 1. Vermieter anschreiben: Fehler konkret benennen
  • 2. Belege anfordern: Nachweise für alle Kosten
  • 3. Frist setzen: 4 Wochen für Korrektur
  • 4. Bei Bedarf: Mieterverein oder Rechtsanwalt

Schritt-für-Schritt: So prüfst du deine Nebenkostenabrechnung

Schritt 1

Formale Prüfung

Prüfe Abrechnungszeitraum (12 Monate?), deine Daten, Wohnfläche und ob alle Pflichtangaben vorhanden sind.

Schritt 2

Kosten auf Umlagefähigkeit prüfen

Vergleiche alle Kostenpositionen mit der BetrKV. Nur die 17 Kostenarten sind erlaubt – alles andere streichen.

Schritt 3

Verteilerschlüssel kontrollieren

Wurden die Kosten nach dem richtigen Schlüssel verteilt? Grundsteuer nach Fläche, Wasser oft nach Personen.

Schritt 4

Kosten mit Durchschnitt vergleichen

Nutze die Durchschnittswerte oben. Sind deine Kosten deutlich höher? Dann genauer hinschauen.

Schritt 5

Heizkosten separat prüfen

Mindestens 50% nach Verbrauch? Warmwasser getrennt ausgewiesen? Monatliche Verbrauchsinfo erhalten?

Schritt 6

Belege kontrollieren

Verlange Einsicht in alle Originalbelege. Du hast das Recht, alles zu prüfen und Kopien zu bekommen.

Schritt 7

Widerspruch einlegen

Bei Fehlern: Schriftlich widersprechen, Fehler konkret benennen, Frist für Korrektur setzen (4 Wochen).

Lass deine Nebenkostenabrechnung automatisch prüfen

Warum mühsam selbst rechnen? Unsere KI prüft deine Abrechnung in 2 Minuten auf alle BetrKV-Verstöße und berechnet automatisch, wie viel du zurückbekommst.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei komplexen Fällen oder rechtlichen Streitigkeiten sollten Sie einen Fachanwalt für Mietrecht konsultieren.