Zurück zum Blog
CO2 & Klima
Rechtliches
5. Februar 202610 Min LesezeitNebenkostenPro Redaktion

CO2-Abgabe in der Nebenkostenabrechnung 2025/2026: So wird sie aufgeteilt

Seit 2023 müssen Vermieter einen Teil der CO2-Kosten übernehmen. Der Anteil richtet sich nach dem energetischen Zustand des Gebäudes. Hier erfahren Sie alles zum 10-Stufen-Modell, den aktuellen CO2-Preisen und Ihren Rechten als Mieter oder Vermieter.

Was ist die CO2-Abgabe?

Die CO2-Abgabe (auch CO2-Steuer oder CO2-Bepreisung genannt) verteuert fossile Brennstoffe wie Gas und Öl, um den Klimaschutz zu fördern. Sie wurde 2021 in Deutschland eingeführt und steigt schrittweise an.

Aktuelle CO2-Preise:

202445 € pro Tonne CO₂
2025 (aktuell)55 € pro Tonne CO₂
2026 (geplant)65 € pro Tonne CO₂

Das 10-Stufen-Modell (CO2KostAufG)

Das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG) regelt seit dem 1. Januar 2023, wie die CO2-Kosten zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt werden. Je schlechter der energetische Zustand des Gebäudes, desto mehr muss der Vermieter zahlen.

Stufekg CO₂/m²/JahrMieterVermieter
1< 12100%0%
212 – 1790%10%
317 – 2280%20%
422 – 2770%30%
527 – 3260%40%
632 – 3750%50%
737 – 4240%60%
842 – 4730%70%
947 – 5220%80%
10> 525%95%

Wie ermittelt man die CO2-Emissionsklasse?

Der Vermieter muss die CO2-Emissionen des Gebäudes pro Quadratmeter und Jahr ermitteln. Dafür gibt es zwei Wege:

1. Aus dem Energieausweis

Der Energieausweis enthält den Endenergieverbrauch oder -bedarf pro m²/Jahr. Daraus lassen sich die CO2-Emissionen berechnen.

2. Aus dem tatsächlichen Verbrauch

Alternativ kann der tatsächliche Brennstoffverbrauch aus der Heizkostenabrechnung herangezogen und in CO2-Emissionen umgerechnet werden.

Emissionsfaktoren wichtiger Brennstoffe:

Erdgas0,201 kg CO₂/kWh
Heizöl0,266 kg CO₂/kWh
Fernwärme (Durchschnitt)0,183 kg CO₂/kWh
Flüssiggas0,237 kg CO₂/kWh

Rechenbeispiel

Beispiel: Mehrfamilienhaus mit Gasheizung, 500 m² Wohnfläche

Gasverbrauch gesamt:75.000 kWh/Jahr
CO2-Emissionen (75.000 × 0,201):15.075 kg CO₂/Jahr
CO2 pro m² (15.075 ÷ 500):30,15 kg CO₂/m²/Jahr
Einstufung:Stufe 5 (27–32 kg) → Mieter 60% / Vermieter 40%
CO2-Kosten gesamt (15,075 t × 55 €):829,13 €
Mieteranteil (60%):497,48 €
Vermieteranteil (40%):331,65 €

CO2-Kosten automatisch berechnen

NebenkostenPro berechnet die CO2-Aufteilung automatisch nach dem 10-Stufen-Modell.

Jetzt erstellen

Was Vermieter tun müssen

1

CO2-Kosten berechnen

Ermitteln Sie die CO2-Emissionen Ihres Gebäudes und berechnen Sie die Kosten anhand des aktuellen CO2-Preises.

2

Stufe bestimmen

Ordnen Sie Ihr Gebäude anhand der CO2-Emissionen pro m² einer der 10 Stufen zu.

3

Anteil in der Abrechnung ausweisen

Weisen Sie den Vermieteranteil in der Nebenkostenabrechnung separat aus und ziehen Sie ihn von den Heizkosten ab.

4

Information an den Mieter

Informieren Sie den Mieter über die Einstufung, die zugrunde gelegten Daten und die Berechnung.

Was Mieter prüfen sollten

Wichtig: Wenn der Vermieter die CO2-Kosten nicht aufteilt, dürfen Sie 50% der CO2-Kosten von Ihrer Nachzahlung abziehen (§ 7 Abs. 4 CO2KostAufG).

  • Ist die CO2-Kostenaufteilung in der Abrechnung ausgewiesen?
  • Stimmt die angegebene Emissionsstufe mit dem Energieausweis überein?
  • Wurde der korrekte CO2-Preis (55 €/t für 2025) verwendet?
  • Hat der Vermieter seinen Anteil von den Heizkosten abgezogen?
  • Sind die Emissionsfaktoren korrekt angesetzt?

Häufige Fragen zur CO2-Abgabe

Gilt die CO2-Aufteilung auch für Fernwärme?

Ja, seit dem 1. Januar 2023 gilt das CO2KostAufG auch für Gebäude, die mit Fernwärme beheizt werden. Der Fernwärmeversorger muss die CO2-Kosten auf der Rechnung ausweisen.

Was ist, wenn kein Energieausweis vorliegt?

Wenn der Vermieter keinen Energieausweis vorlegen kann und die CO2-Einstufung nicht nachweist, gilt automatisch die ungünstigste Stufe (Stufe 10): Der Vermieter muss 95% der CO2-Kosten tragen.

Wie hoch ist die CO2-Abgabe 2025 und 2026?

Der CO2-Preis beträgt 2025 55 Euro pro Tonne CO₂. Für 2026 ist ein Anstieg auf 65 Euro pro Tonne geplant. Bei einem durchschnittlichen Gasverbrauch einer 70-m²-Wohnung bedeutet das ca. 100–150 € CO2-Kosten pro Jahr.

Gilt das CO2KostAufG auch für Gewerbe?

Für Gewerbeimmobilien gilt seit dem 1. Januar 2025 eine hälftige Aufteilung (50/50) der CO2-Kosten zwischen Vermieter und Mieter, sofern keine abweichende Vereinbarung getroffen wurde.

CO2-Kosten automatisch korrekt aufteilen

NebenkostenPro berechnet die CO2-Kostenaufteilung nach dem 10-Stufen-Modell automatisch. Laden Sie Ihre Dokumente hoch und erhalten Sie eine rechtskonforme Abrechnung.